Persönlicher Blick auf den Cyber-Angriff: Wachstum in die richtige Richtung

Dortmund – 25.01.2023. Die Auswirkungen des Cyber-Angriffs auf die IHK-Organisation haben die Zusammenarbeit zwischen uns und unserer Kundschaft vor neue Herausforderungen gestellt, die es vor allem auf Ebene des Consultings zu bestehen galt. Mario Müller, Head of Consulting der IHK-GfI, teilt mit uns seine Eindrücke dazu, wie sich der Cyber-Angriff auf die Arbeit an der Schnittstelle zwischen uns als Dienstleister und unserer Kundschaft ausgewirkt hat.
Was waren deine ersten Gedanken, als du von dem Cyber-Angriff auf die IHK-Organisation erfahren hast? 
Meine ersten Gedanken drehten sich insbesondere um Fragen der zukünftigen Arbeitsfähigkeit unserer Kund*innen, aber auch der IHK-GfI. Auf der einen Seite malt man sich zunächst alle möglichen Szenarien aus, welchen Einfluss das Geschehen auf die gemeinsamen Projekte unserer Kundschaft und uns haben wird. Auf der anderen Seite war ich unglaublich stolz auf die Reaktionsschnelligkeit und -souveränität der IT-Sicherheit und des IHK-CERT der IHK-GfI: Sie haben das Problem schnell identifiziert, rechtzeitig den Stecker gezogen und auf diese Weise die größeren Probleme, die typischerweise infolge eines Cyber-Angriffs dieser Tragweite auftreten, verhindert. 

Als Head of Consulting hast du dein Ohr immer an unserer Kundschaft und stehst mit dieser in engem Austausch. Wie hast du die Wochen und Monate nach dem der Cyber-Angriff aus dieser Perspektive erlebt? 
Unsere tägliche Arbeit im Bereich Consulting hat sich im Zuge des Wiederaufbaus der Systeme spürbar verändert: in unserer regulären Tätigkeit beraten wir unsere vielen Kund*innen insbesondere zu Strategie und Prozessen. Daraus wurde quasi über Nacht eine intensive und techniknahe Betreuung von jeweils nur noch einer Handvoll von Ansprechpersonen in den IHKs. Unser Fokus lag also voll und ganz auf der Begleitung und Unterstützung der Kund*innen beim Wiederhochfahren der Systeme. Verständlicherweise war die Phase des Wiederaufbaus für uns und unsere Kundschaft an der ein oder anderen Stelle auch mal nervenaufreibend oder überfordernd. In der Summe konnten wir jedoch viele gemeinsame Erfolge feiern und unseren Humor und die Freude am Austausch bewahren. 

Was nimmst du aus der Zeit seit dem Cyber-Angriff für die Zukunft mit? 
Grundsätzlich war der Cyber-Angriff auf die IHK-Organisation zunächst einmal ein negatives Ereignis. Nichtsdestotrotz muss man versuchen, aus Allem das Beste zu machen, insofern empfinde ich vor allen Dingen die vielen neuen Kommunikationsbeziehungen, die sich im Rahmen unserer gemeinsamen Arbeiten zum Wiederaufbau entwickelt haben, als große Bereicherung für die Zukunft. Als Consulting der IHK-GfI ist es schließlich unser Auftrag, individuelle Lösungen für die individuellen Bedürfnissen unserer Kund*innen zu generieren.  
An einem Strang zu ziehen und gemeinsam auf das Ziel des vollständigen Wiederaufbaus hinzuarbeiten hat auf der Ebene unserer internen Zusammenarbeit dazu geführt, dass wir bereichsübergreifende Kooperationen vertiefen und dadurch unsere Gemeinschaft insgesamt stärken konnten. Die Erfahrungen, die wir im Rahmen der schwierigen Situation als Gemeinschaft gemacht haben, sind Grund für diese positive Entwicklung. Zukünftig gilt es, das Gelernte anzuwenden und die Kommunikation an der Schnittstelle zwischen uns als Dienstleister und unserer Kundschaft weiterhin zu optimieren. 

Marios Top 5 Learnings: 
  • Schwarmintelligenz ermöglicht das schnellere und effizientere Lösen von Problemen. 
  • Gute Kommunikationsbeziehungen und wechselseitiges Vertrauen beschleunigen Prozesse. 
  • Zukünftige IT-Sicherheitsbestrebungen müssen sich insbesondere auf die schwächsten Glieder der Kette fokussieren. 
  • IT-Sicherheitsmaßnahmen müssen immer wieder neu gedacht und weiterentwickelt werden, um auch den Sicherheitsrisiken der Zukunft Stand halten zu können. 
  • Schwierige Situationen ermöglichen immer auch Wachstum in die richtige Richtung.